STORYTELLER
Rauminstallation und Performance

2001 Ausstellungshalle Schulstrasse, Frankfurt


Zahllose Bilder, Fotografien, Bücher, Schallplatten, Notizen und Zeitungsartikel auf den Tischen und auf dem Fußboden. Erfahrungsreste.
Die Zuschauer inmitten des Chaos, wie zuhause oder als Gast bei Freunden. Die Stimmung ist die des nächtlichen Nachhausekommens.
Im Zentrum des Zimmers auf einem Sofa sitzen zwei Frauen, Mitte oder Ende Zwanzig. Sie unterhalten sich, sind gerade von einem dieser Abende, an denen man sich auf der Suche nach irgendetwas befindet, was man selbst nicht so genau benennen kann, nach Hause gekommen. Man hat getrunken, gelacht, vielleicht Leute kennengelernt, auf alle Fälle viel geredet. Die Ohren dröhnen. Die innere Leere wird mit Witz überspielt. Man trinkt noch einen Wein. Es wird nachgedacht, sich gemeinsamer Erlebnisse erinnert. Irgendwie war mal alles anders. Man fühlt sich so alt und lacht darüber. Innen und Aussen sind getrennt. Das Leben, so scheint es dann, fliesst gelegentlich einfach an einem vorbei.
Auf einmal sind Relikte vergangener Zeiten greifbare Kondensate des Lebens. Beweise, dass man lebt.
Individuelle Geschichten werden zur kollektiven Erinnerung. Man versucht den anderen mit der eigenen Geschichte zu übertrumpfen, Konfabulation.
Eine Musik, eine Geste, alles Erinnerungen für die Gegenwart. Erkundung des materiellen und ideellen Raums. Wir sind das Kondensat unserer Vergangenheit im  Geiste der Gegenwart. Am nächsten Morgen, so ist klar, sieht alles wieder ganz anders aus. Die Vergangenheit ist vergessen, es ist der Moment der zählt. Was ist wahr und was ist falsch? Egal. Wir werden gelebt haben, wie wir es uns erzählen werden. Geschichten die das Leben schreibt, sind in Wahrheit das Leben als Geschichte erzählt.
Quicktime Film / Ausschnitt 1.30 min (4MB)


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